Letztes Wochenende war ich für wenige Stunden wieder jung und sorglos, als ich im Kino in der Verfilmung von "Die Schöne und das Biest" saß und genüsslich meine Popcorn verschlang.

Ganz klar, Disney's Geschichten hätten für mich in meiner Kindheit nicht den gleichen verzaubernden Effekt gehabt, hätte ich sie nicht auf Hörkassette gehabt. Ich hatte nicht viele, aber die, die ich hatte, waren begleitet mit dem Bilderbuch und ich hatte sie in meinem kleinen Bücherregal zusammen mit meinen anderen Kinderbüchern sorgfältig aufgereiht und wie einen Schatz behütet. Mein einziges elektronisches Gadget war damals mein Kassettenrekorder, der im Dauereinsatz war.

Ich habe meine Kassetten sicher dutzende Male gehört und konnte eine lange Zeit jeden Satz und jedes Lied auswendig mitsprechen. Noch heute kann ich viele Sätze mitsprechen, wenn ich wieder an "König der Löwen", "Der Glöckner von Notre Dame" und "Die Schöne und das Biest" denke. Viele Kinder sehen sich die Filme immer wieder an und Disney hat für sie die gleiche Bedeutung. Ich finde allerdings, dass Hörkassetten einen ähnlich fantasieanregenden Effekt haben wie Bücher. Ein verfilmdes Buch kann noch so gut sein, das Buch lässt den Leser doch immer seine eigene Version im Kopf denken. Vielleicht gibt es deshalb immer wieder heiße Diskussionen wenn mal wieder ein Buch verfilmt wird. Es denkt sich doch jeder selbst die Charaktere und Bilder, und die eigene Version gefällt uns manchmal besser als die Version von jemand anderem.

Wenn man als Kind Filme ansieht, können sie noch so fantasievoll und schön gemacht sein - sie bleiben am Ende doch die Version von jemand anderem. Hört man allerdings die Stimmen und gestaltet die Bilder (mit oder ohne Bilderbuch) selbst im Kopf mit, kann es manchmal noch verzaubernder sein. Für mich wird Disney jedenfalls nie alt, im Gegenteil. Zu dem Zauber von damals hat sich nun auch Nostalgie gemischt.