Viele Menschen denken, dass man beim Lesen schweigen und aufrecht sitzen muss. Wer sich bewegt, verliert. Von wegen! Ich möchte heute ein paar Accessoires des Lesens besprechen. Manche davon machen gerade beim Lesen viel mehr Spaß als sonst.

Das Futter

Ist doch klar, so wie Fernsehen mit Snacks mehr Spaß macht, verhält es sich auch beim Lesen. Wenn man genüsslich mampfen kann und dabei liest, zählen die Kalorien nur zur Hälfte - man hat ja während dessen gelesen, also etwas Gutes für seine Bildung und geistige Entwicklung getan. Richtig! Allerdings sind nicht alle Lese-Snacks gleich wertvoll. Kekse, zum Beispiel, bröseln meistens so stark, dass man mehr damit beschäftigt ist, sie sich von der Kleidung und dem Buch wegzustreichen, anstatt sie zu genießen. Früchte können auch manchmal so pickig und saftig sein, dass sie beim Lesen eher ablenken, statt das Lese-Erlebnis zu verbessern.
Was sind jetzt nun die besten und praktischsten Snacks fürs Lesen? Laut meiner Erfahrung gehören Nüsse und Gummizeug zu den besten Snacks. Sofern man nicht Pistazien isst (alleine das knacken der Schale dauert ewig und unterbricht viel zu oft), sind Nüsse sehr krümel-arm und patzen nicht beim Essen. Gummizeug eignet sich auch sehr gut, nicht nur wegen der sauberen Handhabung, sondern weil man längere Zeit etwas zum Kauen im Mund hat und ungestört weiterlesen kann.
Auch Schokolade eignet sich, hier jedoch in Form von kleinen Pralinen, die nicht zwischen den Fingern zergehen.

Die Umgebung

Es gibt Menschen, die sich überall aufs Lesen konzentrieren können. Im Zug, umgeben von der Familie zuhause, beim Fernsehen, mit Musik im Hintergrund oder in Cafès und Parks. Allerdings ist diese Versunkenheit in die eigenen Gedanken und den Lesestoff nicht jedem vergönnt. Manche Menschen können sich nur konzentrieren wenn alles um sie herum still ist und sie alleine sind.

Was ist besser? Hier würde ich sagen, dass das jeder für sich entscheiden muss. Die Menschen, denen es überall Spaß macht zu Lesen, können das weiterhin tun. Diejenigen, die noch nicht wissen welche Umgebung die beste für sie ist, sollten sich einmal die Zeit nehmen das aktiv herauszufinden. Es wird ihnen später viel Zeit sparen und Energie geben!

Ich habe entdeckt, dass ich in Cafès und zuhause (mit oder ohne Musik) am besten lesen kann. Die wichtigsten Faktoren sind: Temperatur, gemütliche Sitzgelegenheit, konstante Hintergrundgeräusche, die unsere Konzentration nicht unterbrechen, die Möglichkeit sich doch abzulenken oder aus dem Fenster zu schauen, wenn man kurz über das Gelesene nachdenken will.

Die richtige Musik

Es muss wieder jeder für sich entscheiden, ob er überhaupt gerne Musik hört beim Lesen, aber ich empfehle Musik in die Richtung, die Starbucks immer laufen hat. Leise Lounge-Musik oder Singer/Songwriter Lieder mit viel Gitarre, die gute Laune machen. Zu viel oder komplizierter Gesang lenkt jedoch eher ab.

Ich könnte als letzten Punkt noch "die richtige Gesellschaft" anführen und dafür pledieren, dass Lesen keine einsame Tätigkeit sein muss, aber auch das muss kein notwendiges Accessoire sein. Speziell Menschen, die bei Schmatzgeräuschen oder unerwartetem Husten des Gegenübers unrund werden, sei lieber davon abgeraten.

Fröhliches Lesen!