Wie viele andere junge Menschen, habe auch ich meinen Lebenslauf anfangs in Richtung Business und Karriere eingeschlagen. Ich habe aber auch schon immer sehr gerne und viele Bücher und Geschichten gelesen. Seit einigen Jahren versuche ich auch immer wieder selbst Geschichten zu schreiben. Allerdings hatte ich immer das Gefühl, dass die Geschichten auf dem Papier nie so gut sind wie in meinem Kopf.

Kochen andererseits hat mich noch nie besonders interessiert und zuhause musste ich es nie. Heutzutage "muss" man auch nicht mehr kochen können - dachte ich zumindest.

Je älter ich jedoch werde, desto öfter rollen bei den Arbeitskollegen (nicht nur bei den männlichen) die Augen wenn ich sage, dass ich nicht kochen kann. Die meisten glauben es nicht, und Frauen, die kochen können, geben mir dann manchmal aufmunternde Tipps wie: "Ach, um dieses und jenes Menü zu kochen mische ich meistens einfach nur rein, was ich gerade in der Küche habe."

Ja sicher.

Ich gebe zu, dass Kochen manchen Menschen sicher leichter fällt als anderen. Ich bin leider ein Mensch, der Rezepte mit mehr als 5 Zutaten lieber respektvoll zurück ins Regal stellt und sich langsam davon entfernt. Du wirst dich wundern, aber mein Kochbuchregal ist erstaunlich groß und gut gefüllt. Seit kurzem schenken mir Freunde und Familie auch immer wieder Kochbücher für verschiedenste Gerichte. Das sollte mir vielleicht etwas sagen. Als nun verheiratete Frau bin ich jetzt wohl die Dame des Hauses - und Damen des Hauses können kochen und backen.

Da ich schon immer ein kleines Krümelmonster war und ich meinen Enkelkindern später eine gute Oma sein möchte (ich bin mir bewusst, dass man sich jetzt ein Lebkuchenhaus vorstellen könnte), habe ich beschlossen mit dem Backen anzufangen. Meine Kücheneinrichtung ist sowieso auch schon etwas älter.

Weihnachtskekse erster Versuch:

Ich habe einen Fertiglebkuchenteig gekauft und Lebkuchen gebacken. Tipp Nr. 1: so ein Lebkuchenteig ist extrem klebrig, also nicht mit dem Mehl sparen beim Ausstechen!
Das erste Backblech ergab ein recht knuspriges Ergebnis - mein Vorkoster/Ehemann sagte später, dass ich den Teig vielleicht weniger dünn ausrollen sollte.
Das zweite Tablett ging dann in Flammen auf noch bevor ich den Ofen schließen konnte - Tipp Nr. 2: Wenn Backpapier zu weit vom Backblechrand streckt und mit den Ofen-Heizstäben in Berührung kommt, ergibt das ein schönes Lichtlein!

Resultat: Lebkuchenteig dick ausrollen und Backpapier nicht als Flammenwerfer zweckentfremden.

Weihnachtskekse zweiter Versuch:

Nachdem ich die Lebkuchen meiner näheren Umgebung zum Kosten angeboten hatte, sagten viele, dass man sie eigentlich einige Tage/Wochen/Jahrzehnte - "je nach Gefühl" - in einer Dose gemeinsam mit einem Apfel aufbewahren sollte. Ich habe sie trotzdem gegessen.
Als zweiten Versuch wollte ich vor einigen Wochen zum ersten Mal Vanillekipferl backen. Ich habe also nach einem Rezept für Vanillekipferl gegoogelt und das erste Rezept ausprobiert. Es stellte sich heraus, dass dieses Rezept recht wenige Zutaten hatte und ich jetzt besser im Backpapier-Zuschneiden war. Gute Aussichten!
Tipp Nr. 1: nimm dir viel - sehr viel - Zeit für Vanillekipferl. Der Teig dauert nicht lange, er muss aber mehrere Stunden ruhen (gestresste Kekse will ja keiner), und danach dauert es eine gefühlte Ewigkeit um diesen verdammten Mürbteig so zu formen, dass er auch zusammenbleibt.

Resultat: Vanillekipferl kommen beim Volk sehr gut an. Habe beschlossen, dieses Rezept in mein Sortiment aufzunehmen.

Da ich aber auch schon immer gerne Geschichten schreiben wollte, hab ich jetzt beschlossen, dass ich als Dame des Hauses unter die Blogger gehe ;)